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Wege ins Ausland


Ein Auslandsaufenthalt ist eine sehr gute Möglichkeit eine neue Sprache zu lernen oder zu verbessern, neue Freunde zu finden, Kulturen kennen zu lernen und um ganz viele neue Erfahrungen und Eindrücke zu sammeln. 

Doch um ins Ausland zu gehen gehört nicht nur eine Portion Mut, sondern auch viele Dinge, die organisiert und beachtet werden müssen. 

  • Wo soll es überhaupt hingehen?
  • Was möchte ich überhaupt machen?
  • Wie finanziere ich meinen Aufenthalt?
  • An wen kann ich mich wenden?

Möglichkeiten ins Ausland zu gehen gibt es viele. Aber welche ist die richtige für mich? Möchte ich lieber ein Praktikum machen oder doch eher bei Work and travel das Land erkunden? 

Die Links auf dieser Seite verschaffen einen Überblick: es werden Wege um ins Ausland zu gehen aufgeführt und kurz erklärt, worum es geht.


Auslandsbericht Work and Travel Australien

Von Linn Renesto (22 Jahre)

Hey ihr Lieben!
Ihr steht kurz vor eurem Schulabschluss und wisst noch nicht sicher, wie es danach für euch weiter gehen soll? So ähnlich ging es mir nach meinem Abitur 2016 auch. Für mich war klar, dass ich die bevorstehende Freiheit, dafür nutzen möchte, etwas von der Welt zu sehen bevor es mit einem Studium oder einer Ausbildung weiter geht. Dafür habe ich mich zunächst bei einer Agentur beraten lassen.

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten einen Auslandsaufenthalt zu gestalten und dementsprechend auch vieles, was man beachten sollte, um eine unvergessliche Zeit zu erleben! Das europäische Jugendinformationsnetzwerk „Eurodesk“ liefert euch viele wichtige Informationen und beantwortet euch alle Fragen zum Thema Auslandsaufenthalt: https://www.rausvonzuhaus.de/Work-and-Travel/Allgemeines

Wichtig ist, dass du dir schon vor deiner Reise bewusst machst, dass dich in Australien nicht nur eine andere Tierwelt erwartet, sondern auch extreme Sonne und Hitze. Gerade wenn man die ‘deutsche’ Sonne gewöhnt ist, sollte man bedenken, dass in Australien die ‘schützende’ Ozonschicht fehlt und die Sonne deutlich aggressiver ist.

Visum

Als erstes haben wir uns um das Working-Holiday-Visum gekümmert. Dieses ist leicht und schnell zu bekommen, auch hier sind einige Monate vorher dennoch empfehlenswert. Das Ausfüllen online dauert 10 Minuten und die Bestätigung kommt im besten Fall sofort und im schlimmsten Fall nach einigen Wochen.

Voraussetzung für ein Work and Travel Visum: Keine Vorstrafen, moderates Englisch, zwischen 18 und 30 Jahren, Reisepass und offiziell circa 3.000 Euro Startkapital. Den Flug haben wir über eine Reiseagentur gebucht.

Agentur

Es gibt viele verschiedene Anbieter, über die man sich vor der Reise informieren sollte. Ich war sehr zufrieden und ich finde es sinnvoll, über eine Agentur zu buchen, da man bei eventuellen Flugumbuchungen eine/einen AnsprechpartnerIn hat. Die Vermittlung ist kostenlos. Am besten bucht ihr mindestens drei Monate im Voraus, da man dadurch oft gute Angebote bekommt!

Zuerst ging es für mich und meine beste Freundin über Dubai nach Brisbane. Der Langstreckenflug war das erste Mal, dass ich so lange geflogen bin. Der Abschied von meiner Familie und meinen Freunden fiel mir sehr schwer, doch umso besonderer war auch das Wiedersehen nach 12 Monaten!

In Australien gilt eine andere Zeitzone, an die ich mich auch erstmal gewöhnen musste. Für unsere ersten Nächte buchten wir uns auf Hostelworld ein Hostel und verschafften uns einen ersten Überblick über Brisbane und die generelle Hostelsituation. Wir trafen dort auf viele unterschiedliche, hilfsbereite junge Menschen und kamen dadurch zufällig direkt an unseren Van.

Auto

Für uns stand fest, dass wir uns für unsere Reise einen Van kaufen wollten, da wir mindestens 6 Monate Australien bereisen wollten. Viele BackpackerInnen kaufen sich einen Campervan, indem man auch schlafen kann. Allerdings ist eine Kenntnis von Autos eine Voraussetzung dafür und es fallen gegebenfalls für Reparaturen neue Kosten an. Eine sichere Variante, bei der man das Auto am Ende der Reise nicht verkaufen muss, ist sich dort in allen großen Städten ein Auto oder einen Van zu mieten. Auch hierfür gibt es viele unterschiedliche Anbieter.

Von Brisbane aus fuhren wir mit unserem Van nach Cairns um uns auf Jobsuche zu begeben. Dafür buchten wir uns zunächst eine Unterkunft, denn jede Nacht im Auto zu schlafen ist auf Dauer doch etwas eng und vorallem warm. Im Internet gibt es oftmals viele Jobangebote für BackpackerInnen, doch oft  läuft die Jobsuche auch so ab, dass man einfach mit seinem Resumee (Lebenslauf) die Cafes abklappert und auf einen Job hofft. So hat es auch bei mir geklappt und ich arbeitete in einem Restaurant als Kellnerin.

Work

Nach ein paar Wochen wurden wir durch verschiedene Internetjobseiten auf Farmarbeit aufmerksam. Dort bekommt man in den meisten Fällen eine Unterkunft gestellt und kann täglich mindestens 8 Stunden arbeiten. Wir riefen dort an und konnten uns einen Tag später persönlich vorstellen und auch direkt die Unterkunft beziehen. Grundsätzlich gilt: wenn man auf einer Farm arbeiten will, sollte man sich auf jeden Fall rechtzeitig erkundigen, wo und wann gerade die Erntezeit für bestimmte Früchte ist. Meistens ist diese im Sommer, sprich, sie beginnt ab Oktober und geht bis Januar.



Great Barrier Reef

Ein riesiger Vorteil ist es, wenn man ein eigenes Auto hat, da die Farmen meistens außerhalb liegen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur schwer zugänglich sind. Wir arbeiteten drei Wochen auf einer Bananenfarm und auch wenn die Arbeit hart war, lernten wir dort tolle Menschen kennen und nahmen viele wertvolle Erfahrungen mit.  Nachdem wir viele Wochen hart gearbeitet hatten, bereisten wir mit unserem Van die Ostküste Australiens, tauchten im Great Barrier Reef, sprangen mit Fallschirmen aus einem Flugzeug, bestaunten das Opera House in Sydney und trafen auf die unterschiedlichsten Menschen und Tiere. Auf Fraser Island, der größten Sandinsel der Welt, sahen wir dann die ersten Buckelwale mit dem Fernglas, die gerade nordwärts zogen. Im im Noosa National Park entdeckten wir den ersten Koala.

Der Start und das Ende dieser abenteuerlichen Zeit zwischen 40 und einem Grad, zwischen dürrer Wüste und feuchten Tropenwäldern, zwischen Koalas, Krokodilen, Kängurus, Rochen, Wildpferden, Walen, Haien, Wallabes, Kookaburras, Kakadus, Redback-Spiders und Emus, zwischen Natur pur, bzw. unzivilisiertem Outback und modernen Städten, zwischen tausenden Kilometern Highway und weißen Sandstränden machten diese Zeit unvergesslich.

No worries

Ich habe Australien als ein Land der freundlichsten, großzügigsten und hilfsbereitesten Menschen kennengelernt und mich dort nie verloren oder alleine gefühlt.  Durch meine Reise bin ich erwachsener geworden, habe gelernt für mein Geld hart zu arbeiten und dass jedes Problem sich irgendwie lösen lässt. Die gelassene Aussie-Mentalität a la „no worries!“ ist tief in mein Bewusstsein verankert und immer, wenn ich an die Reise zurückdenke, spüre ich wieder die Freiheit. Die Freiheit, keinen Verpflichtungen nachgehen zu müssen, sondern sich einzig und allein nach dem Aufstehen zu fragen: Wo fahren wir heute hin?

Eine Auszeit, die mich für immer prägen wird und die mich durch die Momente, in denen ich Heimweh oder Geldsorgen hatte, stärker gemacht hat.