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Au-Pair

Auf dieser Seite erfährst du alles, was du über das Au-pair-Dasein wissen musst. Egal ob es um Rahmenbedingungen, die Finanzierung oder Vermittlungsagenturen geht - hier wirst du sicher fündig. 

Allgemeine Informationen 

Was macht ein Au-Pair eigentlich? 
Als Au-pair lebt ihr eine Zeit lang (6 - 12 Monate) bei einer Familie im Ausland. Im Austausch für Unterkunft, Verpflegung und Taschengeld unterstützt ihr eure Gastfamilie im Haushalt und bei der Kinderbetreuung. Dabei bekommt ihr nicht nur die Möglichkeit eine neue Sprache zu lernen, sondern sammelt auch wertvolle Erfahrungen - nicht nur im Umgang mit Kindern.

Was muss man als Au-pair bezahlen?
Selbst finanzieren müsst ihr i.d.R. eure An- und Abreise, sowie die Vermittlungsgebühr (etwa 200-400 €). Falls ihr im Ausland weiter Kindergeld beziehen möchtet, ist pro Woche außerdem ein mindestens 10-stündiger Sprachkurs vorgesehen, dessen Kosten auch ihr selbst zu tragen habt. 

Welche Voraussetzungen gibt es für einen Au-pair Aufenthalt? 
Wer eine Au-pair Stelle sucht, sollte zwischen 18 und 24 Jahren (bei Ausnahmen bis zu 30 Jahre) alt sein und bestenfalls Erfahrungen in der Kinderbetreuung nachweisen können. Auch Grundkenntnisse in der Landessprache und ein Führerschein sind häufig Pflichtvoraussetzungen. 

Wann kann man sich für einen Au-Pair Aufenthalt bewerben?
Für einen Au-pair Aufenthalt gibt es keine Bewerbungsfristen. Eine Bewerbung ist ganzjährig möglich. Trotzdem ist es aber empfehlenswert, sich frühzeitig bei Agenturen zu melden, damit eine passende Gastfamilie gefunden werden kann.

In welche Länder kann man als Au-pair gehen?
In den USA, Australien, Neuseeland sowie West- und Nordeuropa sind die Chancen am größten, eine Stelle zu bekommen. Schwieriger bis unmöglich wird es dagegen in Osteuropa, Asien, Lateinamerika und Afrika.

Demi-pair Aufenthalte
Bei einem Demi-pair Aufenthalt besucht ihr vormittags eine Sprachschule und unterstützt nachmittags als Au-pair eure Gastfamilie.
In den USA gibt es hierfür das Programm EduCare, bei dem ihr neben maximal 30h Kinderbetreuung (Kinder im Schulalter) pro Woche mindestens 12 Stunden an Veranstaltungen am örtlichen College oder einer Universität teilnehmen könnt. Die Entlohnung eines EduCare-Teilnehmers beträgt in der Regel 75% der Bezahlung eines normalen Au Pairs.

Kostenlose Beratung

Eure Ansprechpartnerin für weitere Fragen ist Monika Hurschmann. Sie bietet Mittwochs von 14.00Uhr bis 18.00Uhr im BildungsPunkt in Essen eine kostenlose Beratung an.

Vermittlungsagenturen

Nach Vermittlungsagenturen suchen könnt ihr auf folgenden Seiten:
www.rausvonzuhaus.de
www.au-pair-agenturen.de 
www.au-pair.com 
Wichtige Dinge, die ihr beachten solltet, wenn ihr euch über eine Agentur vermitteln lassen möchtet, findet ihr hier


Ehrfahrungsbericht: Au-Pair auf Kangaroo Island, Australien

"Die schönste Zeit meines Lebens.. ..so würde ich meine Zeit als Au Pair in Australien beschreiben."

Hey Mädels! Ich bin Marina und meinen letzten Winter habe ich in Australien verbracht und dort auf einer Insel namens Kangaroo Island in Südaustralien als Au Pair gearbeitet.

Nach einem kurzen Skype Gespräch mit einer potenziellen Gastfamilie stand es für mich fest: das sollte die Familie sein in der ich ab Oktober 2019 fünf tolle Monate verbringen würde. Seine Gastfamilie kann am besten mithilfe einer Organisation finden, die einen bei der Suche und der darauf folgenden Vorbereitung für die Zeit im Ausland, unterstützt.

Als ich dann im Flieger saß und bereit war den kalten Winter in Deutschland gegen die Sonnenstrahlen in Australien auszutauschen, war ich doch ein wenig aufgeregter als erwartet. Hatte ich mich für die richtige Gastfamilie entschieden? Wie wird es sein solange von meiner Familie und meinen Freunden zuhause getrennt zu sein?

Nach einigen Flugstunden war es dann soweit, der letzte Flieger von Adelaide nach Kangaroo Island war gelandet und ich wurde am Flughafen von meiner Gastfamilie empfangen. Als ich meine Gastmutter mit den beiden Au Pair Kindern, zwei Jungs im Alter von 1 und 3 Jahren, gesehen habe, war meine anfängliche Nervosität wie weggeblasen und ich konnte mich vollends auf die kommenden Monate freuen.

Schon die erste Fahrt über die Insel war für mich einfach atemberaubend. Ich hatte schon vorher von einigen Freunden die in Australien waren gehört wie schön es dort ist aber es war nochmal eine ganz andere Erfahrung es selber zu sehen und zu erleben.

Ich habe mich direkt in die Insel und das Leben auf einer Insel verliebt, jeden Morgen bin ich aufgewacht und hatte einen Koala vor dem Haus im Baum sitzen oder hab Kängurus am Straßenrand hoppeln sehen. Außerdem habe ich oft die Seelöwen am 'Seal Bay', 10 Minuten von unserem Zuhause entfernt, besucht oder habe im Meer Delfine schwimmen sehen.

Schnell ist mir klar geworden, dass Kangaroo Island ein wahres Naturparadies ist und ich wurde immer wieder überwältigt, dass ich das Glück hatte dort zu wohnen. Meine Tätigkeiten als Au Pair waren es auf die beiden Jungs aufzupassen und nebenbei meine Gasteltern ein wenig im Haushalt zu unterstützen.

Die Arbeitszeiten und Konditionen können bei den Gastfamilien ganz unterschiedlich aussehen, ich habe zum Beispiel von montags bis freitags tagsüber gearbeitet und im Gegenzug dafür die Unterkunft und Verpflegung, so wie ein kleines wöchentliches Taschengeld bekommen.

Auf der Insel haben wir auf einer Farm mit rund 15000 Schafen gewohnt. Da ich das Farmleben bisher nicht von zuhause kannte, fand ich es sehr spannend von meinen Gasteltern, welche beide Vollzeit dort gearbeitet haben, mitzubekommen, wie es ist so ein Leben zu führen.

Mit den beiden Jungs habe ich oft gebacken, gemalt, gebastelt, gesungen und getanzt, ab und zu bin ich mit ihnen zum Strand oder in den Wildlife Park auf der Insel gefahren. Es war auch schön Rituale mit ihnen einzufügen wie zum Beispiel morgens gemeinsam die Orangen und Zitronen im Garten zu pflücken oder abends gemeinsam die Hühner zu füttern.

Ich fand es sehr schön, dass ich wusste, dass meine Gasteltern nie weit weg waren und ich sie in Notfällen immer hätte direkt erreichen können. Außerdem war es sehr schön, dass sowohl beide Großeltern als auch 2 Tanten in anderen Teilen auf der Insel gewohnt haben, da ich mich sehr gut mit allen verstanden hatte und so eine zweite Familie außerhalb meiner Familie zuhause gefunden habe mit denen ich Geburtstage und Weihnachten verbracht habe oder auch mal so besucht habe.

Ich hatte während der gesamten Zeit ein eigenes Auto zur Verfügung um die Insel gemeinsam mit den Kindern oder abends und am Wochenende alleine zu erkunden. Die Zeit mit den Kindern habe ich immer sehr genossen, auch wenn zwei kleine Kinder zwischendurch natürlich sehr anstrengend sein können, am Ende des Tages war ich immer sehr dankbar für jede Minute die ich mit ihnen verbracht habe.

Um als Au Pair zu arbeiten sind auch ca. 200 Stunden Erfahrung mit Kindern außerhalb der eigenen Familie (also zum Beispiel Babysitting, Praktika in Kindergärten oder auch Nachhilfe) Vorraussetzung, dieses dient sowohl für die Gastfamilie, als auch für das Au Pair selbst, als Absicherung, dass man sich für das Au Pair Dasein eignet. Man lernt sehr viel über sich selber wenn man nicht nur für sich selbst, sondern auch für zwei andere kleine Menschen verantwortlich ist und wächst mit seinen Aufgaben.

Wenn man sich dazu entscheidet als Au pair in einem anderen Land zu arbeiten sollte man sich bewusst sein, dass es vielleicht nicht immer einfach ist aber dass es, in meinen Augen, kaum einen anderen Job gibt der einem soviel gibt wie dieser. Jeder Tag ist anders gewesen und jeder Tag hatte seine eigenen Herausforderungen in sich.

Meine freie Zeit habe ich oft an den traumhaften Stränden oder in meinem Lieblingscafe verbracht und abends war ich oft mit Freunden im Pub um dort gemeinsam zu essen oder etwas zu trinken. Anfangs hatte ich etwas Angst, dass ich nicht schnell Anschluss finden würde, da ich wusste, dass es leider nur ein anderes au pair auf der Insel gab das 40 Minuten mit dem Auto von mir entfernt wohnte. Jedoch hab ich dank meiner Gastmutter, die oft mit mir zusammen abends in den Pub gegangen ist, schnell Freunde in meinem Alter gefunden.

Da auf der drittgrößten Insel Australiens nur rund 4000 Menschen wohnen hatte man ein sehr heimisches, dörfliches Gefühl und die Menschen haben einen sehr schnell in die Gemeinschaft aufgenommen, sodass ich nach ein paar Wochen einen sehr guten Freundeskreis gewonnen habe, mit dem ich unter anderem Silvester am Strand gefeiert habe.

Die 5 Monate auf Kangaroo Island waren definitiv die aufregendsten Monate meines Lebens und mein Australienerlebnis wurde am Ende noch mit einer 6-wöchigen Rundreise von Adelaide hoch bis nach Cairns abgeschlossen, welche auch wunderschön war.

Ich würde jederzeit alles genau so wieder machen, da ich mich sofort in das Inselleben und in Australien verliebt habe und kann es jedem nur ans Herz legen diesen wundervollen Kontinent zu bereisen, da er voll von schöner Natur und tollen Menschen ist und einige Abenteuer für einen bereit hält.

Abschließend kann ich auch das Leben als Au Pair nur weiterempfehlen, da man durch die Arbeit mit den Kindern sehr an seinen Herausforderungen wächst und unvergessliche Erlebnisse sammelt die einen noch sehr lange begleiten werden. Außerdem gibt es in meinen Augen keine bessere Art ein Land kennenzulernen als in einer Gastfamilie, da man so einen authentischen Eindruck gewinnt und viel von dem familiären Alltag mitnehmen kann.

Mein Au Pair Aufenthalt in Australien war bereits der zweite für mich, da ich vor ein paar Jahren bereits für 3 Monate in Norwegen als Au Pair gearbeitet habe und ich kann es kaum erwarten wieder in einem Land als Au Pair zu sein, denn egal wie wunderschön ein Land auch sein mag, am Ende sind es immer die tollen Menschen denen man begegnet die das Erlebnis einzigartig machen.

Marina, 22 Jahre