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Berufsausbildung im Ausland

Ihr könnt entweder eure gesamte Berufsausbildung oder nur einzelne Berufsausbildungsabschnitte im Ausland absolvieren. Nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) dürfen bis zu einem Viertel der regulären Ausbildungszeit in einem anderen Land (weltweit) absolviert werden.

Bei einer dreijährigen Ausbildung wäre somit ein bis zu neunmonatiger Auslandsaufenthalt möglich. Es sind auch mehrere berufsbezogene Auslandsaufenthalte an unterschiedlichen Orten möglich. Allerdings besteht auf einen Auslandsaufenthalt während der Ausbildung kein Rechtsanspruch, es sei denn der Auslandsaufenthalt ist im Ausbildungsvertrag ausdrücklich benannt. Ihr müsst euren Auslandsaufenthalt also mit eurem Ausbildungsbetrieb abstimmen.

Damit ihr einzelne Berufsbildungsabschnitte im Ausland absolvieren könnt, muss euer Auslandsaufenthalt dem Ausbildungsziel dienen, d.h. die im Ausland vermittelten Ausbildungsinhalte müssen im Wesentlichen den im Inland vermittelten Ausbildungsinhalten entsprechen. Im Ausland habt ihr keine Berufsschulpflicht, müsst ggf. den einheimischen Lernstoff aber im Ausland nebenbei lernen oder nachholen. Eure Ausbildungsaufenthalte im Ausland werden als Ausbildungszeit anerkannt, d.h. sie sind Bestandteil der Ausbildung und unterbrechen euer Ausbildungsverhältnis nicht. Daher muss der deutsche Ausbildungsbetrieb auch die Ausbildungsvergütung weiter zahlen und alle Sozialversicherungen laufen weiter. Ihr genießt während eures Ausbildungsabschnitts im Ausland den vollen Versicherungsschutz wie in Deutschland (Kranken-, Renten-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung).

Wenn ihr eure gesamte Ausbildung im Ausland absolvieren wollt, solltet ihr nicht nur die Sprache des Gastlandes sehr gut beherrschen, sondern auch bedenken, dass es das duale System der Berufsausbildung, wie wir es in Deutschland vorrangig haben, in anderen Ländern selten gibt. In Frankreich beispielsweise werden die Lehrlinge zumeist außerbetrieblich ausgebildet, d.h. sie erlernen ihren Beruf bis auf einzelne Praktikumsphasen in einem Berufsschulzentrum. Außerdem bekommen sie keine Ausbildungsvergütung. Bevor ihr euch also entscheidet, eure Berufsausbildung im Ausland zu machen, solltet ihr euch genau informieren, wie die Ausbildung im Ausland abläuft. Auf www.rausvonzuhaus.de/ausbildung findet ihr hierzu nützliche Hinweise.

Für die Anerkennung ausländischer Berufsbildungsabschlüsse in Deutschland wendet euch an die Industrie- und Handelskammer bzw. die Handwerkskammer in eurer Nähe.

Eure Ansprechpartnerin für eure Fragen rund um den Auslandsaufenthalt ist Monika Hurschmann. Sie bietet immer mittwochs von 14.00 bis 18.00 Uhr im BildungsPunkt in Essen eine kostenlose Beratung an.

 E-Mail: monika.hurschmann(at)jugendamt.essen.de

 Telefon: 0201 88 51817